Konzeptionen für Lehrkräfte

Unterrichts­kommunikation

Didaktik und Methodik der Unterrichtskommunikation

  • kommunikationspädagogisch
  • handlungsorientiert
  • praxisnah

Wie Zuhören, Argumentieren, Feedback, Präsentieren sowie Gesprächs- und Dialogfähigkeit im Unterricht gezielt aufgebaut werden – für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, in neun aufeinander abgestimmten Lernmodulen.

Interaktionsdiagramm: Die neun Lernmodule im Dialog Dialog dia · logos Modul 1: Aktives und verstehendes Zuhören und Sprechen1 Modul 2: Gezielte Argumentation / Kurzrede2 Modul 3: Wertungsfreie Rückmeldung3 Modul 4: Präsentationskommunikation / Rede-Rhetorik4 Modul 5: Diskussions- und Gesprächsfähigkeit5 Modul 6: Bewertung mündlicher Leistung6 Modul 7: Umgang mit Konflikten7 Modul 8: Konzentrierte Dialogführung8 Modul 9: Ich als kommunikatives Vorbild im Unterricht9
Neun Module – ein gemeinsamer Dialog. Ein Klick auf eine Zahl öffnet das Modul.

Grundlagen

Worauf Unterrichts­kommunikation aufbaut

Unterrichtskommunikation umfasst das Sprechen und Zuhören im Unterricht – zwischen Lehrenden und Lernenden ebenso wie unter den Lernenden. Kommunikationskompetenzen müssen geschult, angewendet und auch bewertet werden können. Drei Themenfelder bilden das Fundament.

Dia · Logos

„Im Miteinandersprechen hindurchgehen zum Sinn.“
Dialog – aus dem Griechischen: dia = hindurch, logos = Wort, Geist, Sinn.

Eine Meta-Ausbildung für jeden Unterricht

Die Konzeption versteht sich als Meta-Ausbildung (Prinzipienausbildung) im Bereich mündlicher Kommunikation. Sie lässt sich mit aktuellen Unterrichtsmethoden wie SOL oder der Klippert-Methode ebenso verbinden wie mit traditionellem Unterricht – und kann diese mitunter vereinfachen und optimieren.

Meta-Kompetenz heißt: Lehrende und Lernende achten gemeinsam darauf, dass wichtige Unterrichtsprinzipien – etwa das Zuhören – auch tatsächlich stattfinden.

Lernmodule

Lernstandards für Mündliche Kommunikation: die 9 Lernmodule

Die modulare Weiterbildungskonzeption für Lehrerinnen und Lehrer thematisiert und übt grundlegende Kompetenzen für die Vermittlung von Lernstandards in Mündlicher Kommunikation ein. Die neun Module entsprechen der Didaktik und Methodik eines dialogischen Unterrichts – in allen Unterrichtsfächern.

Vom aktiven Zuhörenzum gelebten Dialog

Modul1

Aktives und verstehendes Zuhören und Sprechen

Zuhören systematisch trainieren – von den physiologischen und psychologischen Grundlagen bis zur Hörverstehenskompetenz.

6 Leitfragen
  • Wie kann ich Zuhören systematisch trainieren?
  • Welche physiologischen und psychologischen Voraussetzungen gibt es?
  • Wie läuft Sprechen und Verstehen im Gehirn ab?
  • Welche Modelle sind zur Abbildung von Zuhör- und Verstehensprozessen geeignet?
  • Durch welche speziellen Übungen kann ich die Hörverstehenskompetenz schrittweise aufbauen und stärken?
  • Wie lässt sich Zuhören bei Präsentationen, Gesprächen und Vorträgen realisieren?
Modul2

Gezielte Argumentation / Kurzrede

Rede- und Gesprächsargumentation: Drei-Schritt-Methode, Fünfsatz-Strukturen und die Kraft des Zielsatzes.

8 Leitfragen
  • Wie unterscheiden sich Rede- und Gesprächsargumentation?
  • Was zeichnet die „Drei-Schritt-Methode“ aus (Aufbau und Meta-Wirkung)?
  • Wie lassen sich komplexere rhetorische Denkstrukturen leicht darstellen?
  • Welche „Fünfsatz-Strukturen“ (Kette, Dialexe, Kompromiss, Problemlösungsschema …) sind im Unterrichtsalltag gut einsetzbar?
  • Welche Bedeutung hat eigentlich der Zielsatz (Zwecksatz)?
  • Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es bei Zielsätzen?
  • Wie unterscheiden sich Argument, Scheinargument und Behauptung?
  • Wie bringe ich Gesprächsbeiträge argumentativ auf den Punkt?
Modul3

Wertungsfreie Rückmeldung Wertungsfreies Feedback

Feedback statt Kritik: Rückmeldung auf drei Ebenen – wertungsfrei, lernförderlich und schnell erlernbar.

10 Leitfragen
  • Wie unterscheiden sich Feedback und Kritik?
  • Auf welchen drei Ebenen kann eine Rückmeldung stattfinden?
  • Muss alles, was wahrgenommen wird, rückgemeldet werden?
  • Wie läuft ein wertungsfreies Feedback ab?
  • Welche besonderen Vorteile hat eine wertungsfreie Rückmeldung für alle Beteiligten?
  • Wie schnell kann man das wertungsfreie Rückmelden lernen?
  • Kann ich parallel zum wertungsfreien Feedback auch ein wertendes (kriteriengeleitetes) Feedback geben?
  • Kann man Unterrichtspräsentationen wertfrei rückmelden?
  • Wie sieht ein offener (wertungsfreier) Feedbackbogen aus?
  • Lässt sich die Leistung eines wertungsfreien Feedbacks benoten?
Modul4

Präsentations­kommunikation / Rede-Rhetorik

Rede-Rhetorik trainieren, Zuhörende einbeziehen und Präsentationsleistungen ganzheitlich bewerten.

10 Leitfragen
  • Wie unterscheiden sich Rede- und Gesprächsrhetorik?
  • Wie trainiert man am besten Rede- bzw. Vortragsrhetorik?
  • Wie bezieht man die Zuhörenden situativ mit ein?
  • Wann ist eine mediengestützte Darbietung sinnvoll?
  • Wie bewerte ich ganzheitlich eine Präsentationsleistung (einzeln, Team)?
  • Wie sollte ein gelungenes „Dossier“ aussehen, das von den Lernenden erstellt wird?
  • Welche Hauptfehler werden vor, während und (vor allem) nach der Präsentation gemacht?
  • Auf welche Arten können Präsentationen rückgemeldet werden? (→ Modul 3)
  • Unter welcher Prämisse können Präsentationen von Lernenden den Unterrichtsstoff nachhaltig vermitteln?
  • Projekt-Präsentation: Wie funktioniert eigentlich diskursorientiertes Lernen? (→ Modul 5, → Modul 8)
Modul5

Diskussions- und Gesprächsfähigkeit

Vom Gesprächsbeginn bis zur Gesprächsleitung: Wie sich (fast) alle beteiligen – auch mit dem Interaktionsdiagramm.

10 Leitfragen
  • Wie unterscheiden sich Diskussion und Gespräch?
  • Was bedeutet eigentlich „Gesprächsfähigkeit“?
  • Warum ist die Definition von Gesprächsfähigkeit so komplex?
  • Auf welche Arten kann man ein Gespräch bzw. eine Diskussion beginnen?
  • Wie reagiere ich optimal auf meine Gesprächspartner?
  • Wie schafft man es, dass sich (fast) alle beteiligen?
  • Was mache ich, wenn keine Diskussion zustande kommt?
  • Wie arbeite ich mit einem Interaktionsdiagramm?
  • Wie vermittle ich die Fähigkeit der Gesprächsleitung?
  • Wie sinnvoll sind Gespräche und Diskussionen für effizientes und nachhaltiges Lernen?
Modul6

Bewertung mündlicher Leistung

Neue Wege, mündliche Unterrichtsleistung kommunikationspädagogisch, transparent und gerecht zu bewerten.

8 Leitfragen
  • Welche neuen Möglichkeiten der Bewertung mündlicher Leistungen gibt es?
  • Wann ist eine Bewertung mündlicher Unterrichtsleistung sinnvoll?
  • Sollten die Lernenden auch einander bewerten?
  • Wie gestalte ich selbst [bzw. in Kooperation mit Lernenden] Bewertungsbögen aus kommunikationspädagogischer Sicht?
  • Wie könnte ein Bewertungsbogen im „diskursorientierten Unterricht“ aussehen?
  • Welche konkreten Kriterien sollte man für die jeweilige Schulform und Klassenstufe berücksichtigen?
  • Wie bewerte ich gerecht die Mitarbeit in Projekten?
  • Wie könnte eine dialogorientierte bzw. prozessorientierte Bewertung ablaufen?
Modul7

Umgang mit Konflikten insbesondere verbale Methoden zur Konfliktlösung

Dialogische Konfliktlösung – im Unterschied und in Ergänzung zur Mediation.

7 Leitfragen
  • Was unterscheidet die dialogische Konfliktlösung von einer Mediation?
  • Kann ich Konflikte vermeiden, bevor sie entstehen?
  • Inwieweit verändert Kommunikationsfähigkeit die eigene Konfliktfähigkeit?
  • Kann es sein, dass bei dialogischer Kommunikation deutlich weniger Konflikte auftreten?
  • Welche Möglichkeiten einer kommunikationspädagogischen Konfliktregelung gibt es im Gegensatz bzw. in Ergänzung zu meinen bisherigen Ansätzen?
  • Ich kenne viele Konfliktlösungs- und Mediationsmodelle. Was ist anders in der dialogischen Kommunikation?
  • Inwieweit verbessert dialogische Kommunikation meine Konflikt- und Kooperationsfähigkeit?
Modul8

Konzentrierte Dialogführung Dialog als Unterrichtsprinzip

Dialogfähigkeit schrittweise und gezielt anbahnen – mehr als die bloße Aneinanderreihung von Wortbeiträgen.

8 Leitfragen
  • Warum ist ein Gespräch mehr als die bloße Aneinanderreihung von Wortbeiträgen?
  • Was unterscheidet einen Dialog von einem Gespräch?
  • Kann man Dialogfähigkeit überhaupt schulen?
  • Welche Übungen gibt es, um eine konzentrierte Dialogführung schrittweise und gezielt anzubahnen?
  • Welche Bedeutung hat Dialogfähigkeit in der Schule und darüber hinaus in unserer Gesellschaft?
  • Braucht der Dialog eine Gesprächsleitung?
  • Können Dialoge den Unterrichtsstoff gut integrieren?
  • Welche einzigartigen Erfahrungen kann nur ein Dialog ermöglichen?
Modul9

Ich als kommunikatives Vorbild im Unterricht

Werthaltung, Meta-Botschaften und Selbstreflexion – den Dialog im Unterricht vorleben und über ihn hinaustragen.

9 Leitfragen
  • Mit welcher Werthaltung unterrichte bzw. kommuniziere ich?
  • Sind mir die Meta-Botschaften meiner Unterrichtsführung bewusst?
  • Gelingt es mir, eine [kommunikative] Basis für eine vertraute (Arbeits-)Atmosphäre zu schaffen?
  • Repräsentiere ich das, was ich von den Lernenden erwarte, auch selbst?
  • Verfüge ich über eine angemessene Selbstwahrnehmung und (Selbst-)Reflexion?
  • Wie kann ein gelebter Dialog in meinem Unterricht stattfinden?
  • Sind mir Erkenntnisse wichtig? Arbeite ich mit „Erkenntnisbögen“ im Unterricht?
  • Wie kann ich den gelebten Dialog meines Unterrichts auch in andere Lebensbereiche übertragen?
  • Inwieweit sind einige oder viele meiner Schüler*innen in der Lage, auch außerhalb des Unterrichts dialogisch und mit Wertschätzung zu kommunizieren?
„Ziel des Lehrens ist es, Menschen zum Erblühen zu bringen.“
Weisheit aus China

Material

Flyer, Presse & Literatur

Zum Nachlesen und Weitergeben: Informationen zum Dialogischen Lernen, Presseberichte und das aktuelle Buch „Zukunft braucht Gespräch“.

Flyer: Dialogisches Lernen [alle Schulformen]

Dialogisches Lernen an berufsbildenden und allgemeinbildenden Schulen – in allen Unterrichtsfächern. Grundlage für nachhaltiges Lernen.

InfosPDF · 2 Seiten

Literatur

Buchcover „Zukunft braucht Gespräch – Dialogisches und Triadisches Lernen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ von Bertram Thiel

Zukunft braucht Gespräch

Dialogisches und Triadisches Lernen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Was bleibt von Bildung, wenn Wissen maschinell verfügbar wird? Der Dialog. Das Buch zeigt, wie Menschen mit Menschen und KI lernen können – dialogisch, sinnorientiert und verantwortlich.

Autor
Bertram Thiel
Verlag
VfSK – Verlag für Sprechwissenschaft und Kommunikations­pädagogik
Ausgabe
Hardcover, 72 Seiten
ISBN
978-3-922757-00-9

Kurz erklärt

Häufige Fragen

Die wichtigsten Begriffe rund um Unterrichtskommunikation – kompakt beantwortet. Ausführliche Antworten finden Sie in den Fragen & Antworten auf bertramthiel.com (externer Link, öffnet in neuem Tab).

Was versteht man unter Unterrichts­kommunikation?

Unterrichtskommunikation umfasst das Sprechen und Zuhören im Unterricht – zwischen Lehrenden und Lernenden ebenso wie unter den Lernenden. Im kommunikationspädagogischen Ansatz von Bertram Thiel wird sie nicht dem Zufall überlassen, sondern gezielt geschult, angewendet und bewertet: als Grundlage für dialogisches, nachhaltiges Lernen.

Was sind die Lernstandards für Mündliche Kommunikation?

Eine modulare Weiterbildungskonzeption für Lehrerinnen und Lehrer. Ihre neun Module reichen vom aktiven Zuhören über Argumentation, wertungsfreies Feedback, Präsentation, Gesprächs- und Dialogfähigkeit, die Bewertung mündlicher Leistung und den Umgang mit Konflikten bis zur Lehrkraft als kommunikativem Vorbild.

Für welche Schulformen und Fächer eignet sich der Ansatz?

Für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen – in allen Unterrichtsfächern. Als Meta-Ausbildung im Bereich mündlicher Kommunikation lässt sich der Ansatz mit Methoden wie SOL oder der Klippert-Methode ebenso verbinden wie mit traditionellem Unterricht.

Was bedeutet „Dialog“ im Dialogischen Lernen?

Das Wort stammt aus dem Griechischen: „dia“ heißt „hindurch“, „logos“ steht für Wort, Geist und vor allem Sinn. Dialog bedeutet demnach „im Miteinandersprechen hindurchgehen zum Sinn“. Ein Dialog ist kein Zwiegespräch, sondern unabhängig von der Zahl der Sprechenden.

Was ist Triadisches Lernen?

Triadisches Lernen erweitert das Dialogische Lernen: Zu Lehrenden und Lernenden tritt eine Künstliche Intelligenz als dritter, generativer Partner. Die KI ersetzt das menschliche Gespräch nicht – sie kann es bereichern und Räume für tieferes Nachdenken und bewussteres Sprechen eröffnen.

Mehr dazu auf triadisches-lernen.com (externer Link, öffnet in neuem Tab).

Kontakt

Im Gespräch bleiben

Fragen zur Unterrichtskommunikation, zu den Lernmodulen oder zu Fortbildungen? Schreiben Sie gern eine E-Mail.

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B.Thiel@unterrichtskommunikation.de E-Mail schreiben

Bertram Thiel Dialog-Coach, Kommunikationspädagoge & Keynote-Speaker · bertramthiel.com (externer Link, öffnet in neuem Tab)